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SEO-Trend 2020: Entitäten und der Knowledge Graph

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Entität, was ist das?

Beim Wort Entität stehen bei vielen erst einmal Fragezeichen in den Augen. Dies kommt eventuell daher, dass das Wort ursprünglich aus der Philosophie stammt und deshalb nicht greifbar ist. Doch im Grunde ist es ganz leicht. Ein kurzer Ausflug in die Zeit Platons zeigt uns, dass dieser damals den Begriff „Ouisa“ einführte, was soviel bedeutet wie

  • Sein
  • Wesen
  • Seiendheit
  • Substanz

Die als letztes genannte Substanz macht das „Sein“ schlussendlich zur Entität. Klingt immer noch kompliziert? Kurz gesagt ist eine Entität ein eindeutig zu bestimmendes Objekt. Was kann das zum Beispiel sein? Du und ich, Personen wie auch Bauwerke, Unternehmen aber auch Abstrakteres. Alles in allem ist dies immer noch eine weit gefasste Definition.

Besonders im SEO darf man jetzt nicht davon ausgehen, dass jede Suche mit einer Entität gleichgesetzt wird, also einem klar definierten Objekt. Denn unsere Suchen sind oft unspezifisch und enthalten manchmal nur indirekt eine Entität. Für IT-ler jedoch sollte das Wort Entität geläufig sein, schon durch das Entity-Relationship-Modell, das in der IT-Ausbildung gerne verwendet wird.

Inhaltsverzeichnis

Die wichtigsten Bestandteile einer Entität

Entitätstypen

Ein Entitätstyp ist wie eine Art Klasse und vereint bestimmte Attribute. Die Enitätstypen selber sind wiederum hierarchisch aufgebaut. Außerdem kann man verschiedene Entitätstypen, die zusammenhängen, unter einer Domain zusammenfassen. Als Beispiel kann man Filmgenres (ist eine Domain) nehmen wie Action, Doku oder Romanze (alles Entitätstypen). Hier können wiederum bestimmte Gewichtungen vorgenommen werden, die eine essenzielle Rolle für das spätere Suchergebnis haben. Intuitiv würde man hier das Thema Action vor die Dokumentation stellen. So muss die Maschine Google immer entscheiden, was dem Suchenden bevorzugt ausgespielt wird.

Beziehungen

Bei Entitäten sind gerade die Zusammenhänge interessant. Nur so lassen sich größere Beziehungen erkennen und bestimmtes Wissen abgreifen. Was heißt das konkret? Google kann nur durch Entitäten erkennen, welche Suche zu welcher Antwort passt. Da es sich bei Entitäten um Subjektive handelt und wir im Sprachgebrauch viel über Verben ausdrücken und dadurch schneller verstehen, ist es für eine Suchmaschine umso schwieriger, die Suchintention herauszufinden. 

Attribute

Das simple Beispiel „Käfer“ zeigt, wie kompliziert es für eine Suchmaschine ist, die Intention/das Ziel der Suche herauszufinden bzw. zu verstehen. In diesem Beispiel ist die Frage, ob der Suchende nach einem Auto oder einem Tier sucht. Hat man zu unserem Beispiel jedoch das Attribut km/h ist klar, was gemeint ist. So kann die Kombination aus Attributen und deren Beziehungen zur gesuchten Entität führen.

Eindeutiger Identifikator

Ob ein eindeutiger Name oder eine URL – der beste Identifikator im Web ist die Domain. Bei Büchern ist es die ISBN-Nummer, bei Menschen die Identifikationsnummer. Über solch einen eindeutigen Identifikator kann eine Entität angesprochen werden.

Was ist der Knowledge Graph?

2012 enthüllte Googel den Knowledge Graph mit den Worten: „Things, not strings“. Hierbei handelt es sich um nichts anderes als eine Datenstruktur, die Entitäten abspeichert und verwaltet. Die Struktur kann dabei sein:

  • Ein Graph
  • Eine Tabelle
  • Eine Datenbank
  • Eine Liste

Graphen eignen sich am besten, um Entitäten und ihre Beziehungen darzustellen. Man kann sie vereinfacht mit einer Art Mindmap vergleichen. Ein Knowledge Graph ist dabei aber nichts Statisches, sondern verändert sich ständig. 

Wie komme ich in den Knowledge Graph?

Google zieht sich seine Daten aus verschiedensten Quellen, darunter Wikipedia, Facebook oder Google MyBusiness. Möchte man seine Daten also einspeisen, sollte man als Unternehmen zum Beispiel einen Google-MyBusiness-Eintrag pflegen. Bei Veranstaltungen lohnt sich ein Eintrag bei Facebook oder aber man schafft es, einen Wikipedia-Artikel über sich zu veröffentlichen. Wikipedia hat aber strenge Richtlinien und Editoren, die diesen Weg sehr schwierig machen. Hat man es jedoch zu einem Wikipedia-Eintrag geschafft, sollte man diesen pflegen und hegen. 

Wer das mit dem Wikipedia-Artikel nicht gleich schafft, kann sich bei Wikidata eintragen. Dies ist aktuell noch relativ einfach und eine strukturierte Form von Wikipedia. Hierbie sollten Sie darauf achten, dass Sie Daten auf Ihrer Website haben, die nach schema.org ausgezeichnet sind. So kann Google die Daten besser auslesen und verarbeiten. Die Rede ist hier von strukturierten Daten. Wie Sie strukturierte Daten erstellen, können gut bei Google nachlesen.

Ist meine Entität schon im Knowledge Graph?

Sie können selbst nachschauen, ob und welche Daten im Knowledge Graph vorhanden sind. Die Einsicht erhalten Sie über den Google API Explorer. Hier tragen Sie im Query-Feld den Namen der Entität ein und wählen eine Sprache. Was Sie ebenfalls filtern können, sind Entitätstypen. Von diesen aus können Sie auf schema.org die entsprechenden Attribute anschauen, die mit der eingegebenen Entität verknüpft sind. Probieren Sie es gerne selbst einmal aus!  

 

Lisa Lanz
Lisa Lanz
Buchstaben, Wörter, Sätze, Texte – die Sprache hat es Lisa Lanz angetan und sie liebt es, kreativ zu werden. Als studierte Germanistin und spracheninteressierte Person ist Lisa immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und Neuigkeiten in der Online-Branche. Wissbegierig versucht sie, ihren Horizont als Texterin bei Ströer Online Marketing jeden Tag ein Stück zu erweitern.

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